oh mani Padme hum
Oh Mani Padme Hum
10.3.2011 = Nepali time 27.11.2067
Bhaktapur. Der erste Schrecken ueber die vielen Autos und Motorraeder, die hier in der Altstadt rumfahren, hat sich schnell wieder in Neugierde und Gefallen aufgeloest. Eintritt war deftig: 1100 Rupie oder 15 Dollar. Die Preise, die vom Staat bestimmt werden, wurden alle im ‚Tourismusjahr‘ um 30 bis 50 % erhoeht. Lt. Lonely Planet war auch kein Permit bis dahin notwendig z.B. fuer den Annapura Circle. Der Staat schoepft nur ab und 50 % des Geldes fließen irgendwo hin – Aussage eines Einheimischen.
Die Zimmer haben 400 R Einzel- und 500 R. Doppelzimmer im Big Bell Guesthouse u. Restaurant gekostet. War eins der billigsten hier. Leider wieder Gemeinschaftsbad, das aber direkt nebenan. Tolle Dusche, lt. Norbert die beste der bisherigen Reise.
Schoene Stubas = Tempel (der Hoechste Nepals), Haeuser und alte Brunnen, die alle aufgrund des jetzt sehr niedrigen Grundwasserspiegels ausgetrocknet sind. Wasser wird hier mit einer Art Pumpe oder/und mit Schlaeuchen einmal oder jeden zweiten Tag hochgepumpt. Die Menschen stehen mit den unterschiedlichsten Wasserbehaeltern Schlange fuer Wasser zum waschen und kochen. Vor 6 Jahren waren die Brunnen noch voll..
Wasser wird noch wichtiger als Gold.
Am Abend sitzen Maenner jeder Altersstufe vor einer Stuba in der wieder mal stromlosen Stadt und machen Musik. Die naechsten 4 Tage, bis wir wieder zurueck muessen, sind schon fast verplant mit Ausfluegen in die naehere Umgebung. Die Local Busfahrt hat 25 Rupie pro Person gekostet und das Abendessen – Pommes und Veg – auf der Strasse 100 Rupie fuer uns drei.
Gestern hatten wir ein etwas teureres Abschiedsabendessen mit Julia und Daniel in der besten Pizzeria Kathmandus Fire and Ice. Zu fünft
2600 Rupie incl. Tax und Servicegebuehr. Gut war’s. Aber das ist ja das Schoene..die Abwechslung.
Sonntag ist hier ein ganz normaler Arbeitstag, Samstag ist hier frei. Dementsprechend sieht auch der ‚Arbeitgeberkalender‘ hier aus. Am Sonntag sind Lilly und ich nur hier im
Ort rumgelaufen, ein paar kleine Andenken erstanden. Norbert hat sich nochmal etwas ausgeruht. Wir haben alle einige Pfund an Gewicht verloren..bei Norbert faellt dies natuerlich mehr ins Gewicht, auch nachdem er erst vor kurzem noch krank war.
Oh Mani Padme Hum is the meditative sound of Buddhist Chants..hoert man fast immer ..
Rosenmontag stand dann ein Ausflug nach Dhulikel (50 Rupie Bus) mit seinem Buddha nach 500 Stufen und Kali nach 1000 Stufen auf dem Programm. Zwei Kinderguides, 11 und 12 Jahrenals, sind auf einmal aufgetaucht. Wir haben sie zum Essen und Trinken eingeladen. Lilly wieder .. hat zu den Jungs gesagt, dass wir dann schnell abhauen muessen, da wir kein Geld mehr zum Zahlen der Rechnung haben… der 12 jaehrige hat es mit der Angst zu tun bekommen..
Sie haben uns dann noch erzaehlt, dass ein Vater schlaegt und der andere vor ca. 9 Jahren abgehauen ist..waren zwei Ehrliche – erkannte man gleich, sie sagten dass Norbert alt aussieht, eine lange Nase hat (haben ja versucht, Norbert in Kathmandu bei den Alten abzugeben – er wollt ’noch‘ nicht) und dass man mich fast fuer einen Nepali halten koennte..ob das ein Kompliment war??…ausserdem dass von uns Touris immer mehr Geld verlangt wird als von Einheimischen, da man uns fuer sehr reich haelt.“
Gegen Ende zeigten sie uns ihr schoenes an einem Huegel gebautes Dorf und ihre lehmverputzten Haeuser. Oma, Opa und der Junge schlafen in einem Raum, Schwester und Mama schlafen auf der Bastmatte daneben. Tante unten. Oma mit 68, verknittertes Gesicht, aber lange schwarze Haare. Die Oma des anderen Jungen ist knapp an die 100, hoert und sieht fast nichts mehr….aber beide qualmen vor sich hin. Durch Lilly’s Zigaretten haben sich schon viele Gespraeche mit Einheimischen ergeben, z.B. auch Sadhus, Changunarayan / Neva Dorf in den Bergen mit Sonnenbrandwetter..
Der aelteste Tempel im Kathmandu-Tal, den wir fast zu Fuss erreicht haben, war den Ausflug wert. Im Innern der Anlage waren Holzschnitzer beim Anfertigen von verschiedensten Masken am Werk. Einer hat einen grossen Drachenkopf gefertigt fuer das naechste Dortfest, 11000 Rupie = 11 Euro. Ein Traum, aber ein Alptraum bezügl. Transport. Das Holz war auch noch sehr nass. Das haette fuer daheim sehr langsames runtertrocknen bedeutet, mit der Gefahr, dass es reisst. Die Anfertigung dauert ca. 1,5 Wo.
Auf dem Rueckweg sind wir in eine heilige Feier (Benefizveranstaltung zum Bau eines Kinderheimes) reingeplatzt, und natuerlich wurden wir herzlich begruesst und zum Essen eingeladen (Norbert hat es geschmeckt). Ich musste tanzen…..Bollywood like..so hat jeder seinen Beitrag geleistet. Lilly war fuer den administrativen Teil verantwortlich und dass wir dort gelandet sind…
Abendessen in Sonny’s Restaurant auf dem Roof Top zu dritt fuer 590 R. Mein erster Salat nach fast 8 Wochen. Eine deutsche Reisegruppe war auch gerade beim Abendessen, 3 Wo. Nepal mit 1 Wo Trecking und Chitwan Nationalpark. Wir haben lieber nicht nach ihrem Reisepreis gefragt…..
Durchschnittlich brauchen wir pro Person ca. 8 bis 10 Euro pro Tag (Übernachtung und Essen).
Am Faschingsdienstag war es richtig heiss, Aschermittwoch dann regnerisch und kalt. Da wir erst am spaeten Nachmittag nach Kathmandu zurueckfahren wollten, haben wir noch einen Abstecher zu Mohan unternommen. Mohan arbeitet fuer ca. 5 Monate in Wiesent (Naehe Regensburg) im Nepalhaus. Die Stuba, die auf der Expo 2000 in Hannover stand, wurde in einem 4 ha grossen Grundstück und mit ca. 3500 Blumen und Pflanzen von der Fam. Wirth in Wiesent von 28 Nepalesen aufgebaut. Hier zeigt Mohan die alte Kunst des Toepferns, wie es noch teilweise in Nepal ueblich ist. Norbert und Lilly haben ihn bei einem Besuch im Nepalhaus kennengelernt, mit einer kleinen Zeichnung und Ortsname und seinem Bild mit Namen haben wir ihn dann nach 2 STD gefunden. Bei einem zweiten Fruehstueck hat er uns die Dvd vom Nepalhaus gezeigt. Nur zu empfehlen! Schoene Zeit ist da ca. um den 15. Mai, wenn der Rododendron (die Nationalblume Nepals) blueht.
Geoeffnet nur Sonntag 13 bis 17 Uhr und Montag 14 – 17 Uhr. Eintritt 5,- €. Viele der typischen Nepal Andenken, aber zu deutschen Preisen. Einfach mal googeln: Tempel u Bluetenzauber Wiesent. Nepalhaus Wiesent – Lohnt sich!! Die Einnahmen kommen der Stiftung „Wasser fuer die Welt“ (die Herr Wirth ins Leben gerufen hat) zugute. Zum Bau von Brunnen, Stauseen und Wasserleitungen.
„Ich fuehle mich oft wie ein Junge, der einen Stein in den See wirft und sich ueber die Welle im Wasser freut, die er verursacht. Mein Traum ist es, mich mit anderen Steinewerfern zusammenzuschließen, um eine Riesenwelle zu erzeugen, die Armut und Hunger fuer immer wegspuelt“.
von Heri Wirth
Auch das oder die Spendeobjekte wurde noch gefunden. Dieses Mutter-und Kind-Krankenhaus und daneben angegliedert auch ein Altersheim mit ueber 100 Bewohnern wird schon lange von der Nepalhilfe Beilngries unterstuetzt. Beilngries ist der Spender No.1. Bei einem Rundgang haben sie uns alles gezeigt und man hat gesehen, dass das Spendengeld hier sehr gut angelegt ist. Infos unter www.smf.org.np mit Spenderliste.
Gegen 19 Uhr waren wir wieder in unseren alten Zimmern. Auch Julia und Daniel waren noch da. Daniel ist eine Zahnkrone rausgefallen und er wartet auf den Zahnarzt…..der morgen aus Thailand zurueckkommt. Haben hier wohl nur einen Spezialisten, auch fuer die Botschaften zustaendig..
Die letzten Tage in Kathmandu…..bestehen fuer Norbert im Schreiner-Unterricht im Kinderheim.
‚NAG‘ fuer Strassenkinder bei Nicole. NAG verteilt 2 x die Woche in den Vierteln von Kathmandu warmes Essen an Strassenkinder.. Essen auf Raedern. Heute waren ca. 10 Kinder bei der Essenausgabe. Ein paar von Ihnen haben mich um Essen fuer Ihre Hunde (ein Hund hat 9 Welpen) angebettelt. Hab ihnen Milch und Bisquit gekauft. Man hat so das Gefuehl, das die Kids nur ihre Kameraden, die Hunde und den Klebstoff haben. Einer hat mir zu jedem Land die Hauptstadt aufgezaehlt. Kurze Beschreibung: abgemagert, dicke Staub- und Dreckschicht ueberall, meist Barfuss, zerrissene Klamotten.
Arm und ausgestossen, aber sie sind die Kids von Thamel, wo die Touris sind und das heisst, das Revier wird verteidigt. Es ist besser als anderswo in Kathmandu auf der Strasse.
Lilly und ich verbringen die restlichen Tage mit Einkaufen, Internet und alles verpacken !!! Fuer den am Samstag den 29.11.2067 anstehenden Flug um 14 – 16.20 nach Delhi, und von da aus noch ca. 2 Wochen nach Rishikesh, wo die Beatles bei Bagwan waren. Voll von Ashrams, Yoga und Meditation.
Last Adventure.









































