Lemon Tee Time in den Bergen
Um 17.15 Uhr bin ich in Ghandruk angekommen. Ich weiß nicht mehr, wieviele Stufen es waren, aber es waren einige 1000 – nach meinem Gefühl. Jetzt weiss ich auch, warum mir eine Ziegenhirtin einen Wanderstecken gegeben hat…mit so einem wissenden Nicken, den brauchst du noch.,,Wunderschöne Ausblicke wurden mir den ganzen Weg über geboten, aber ich hatte teilweise keine Kraft mehr, um Bilder zu machen .. no Sport old men. Eine ungewohnt saubere Luft hatte ich hier auf ca. 2000 m. Die meisten der Trecker, die hier rumlaufen, haben einen Guide/Träger dabei, die ihnen ihr ganzes Gepäck schleppen. Gandruk ist direkt in die Berge gebaut. Viele kleine Gassen durchziehen den Ort.
Nach Pokhara bin ich um 7.25 Uhr aufgebrochen. Der Busdriver hat nicht kapiert, wohin ich will, deshalb musste ich ca. 5 km zurück laufen. Bin dann eine kurze Strecke auf dem Dach eines Buses mitgefahren. Mir war etwas mulmig auf dem Dach zumute, denn es wurde nicht gerade langsam gefahren und unter mir waren nur enge Strassen mit tiefen Abgrund. War dann erst gegen 11.30 Uhr auf dem Weg. Nachdem ich an 2 unterschiedlichen Checkpoints die Permits zeigen musste, bin ich immer auf den Weg achtend gelaufen und hab versucht, die Strecke zu genießen. Traumhafte Ausblicke, klare Luft und Stille, die nur von den fröhlichen Menschen unterbrochen wird. Ich habe kurz mit einem Gurkha Soldaten gesprochen, der hier im Dauerlauf unterwegs war und bin dann mit 2 nepalesischen Kingfisher(Fluglinie)-Mitarbeitern und einer Amerikanerin die restliche lange Strecke gelaufen. Kurz nach Ortseingang haben wir uns dann getrennt.
Die Leutchen, die hier auf dem Berg leben, haben sich einen Spaß daraus gemacht, dir nicht die Wahrheit über die Strecke zu sagen…nur noch 20 Min, nur noch ein paar Stufen .. diese Richtung…. Wenn du die Menschen siehst, wie sie die Waren in Körben transportieren – alles mit einem Band am Kopf/Stirn fixiert. Auch einen Toten oder Kranken haben sie zu viert die endlosen Stufen auf einer Bare heruntergetragen.
Jetzt bin ich in einer kleinen Unterkunft mit Bergblick – für 100 Rupie pro Nacht. Wir haben Solar am Dach. Ein deutscher Bäcker hat das hier mit aufgebaut – es sind noch Bilder von ihm im Gastraum mit seiner nepalesischen Frau und den Kindern, er lebt nur noch 1 Monat hier pro Jahr. Alles sehr sauber und die Speisekarte ist perfect, alles ist in der Karte – auch die Zimmerpreise und die Verhaltensregeln hier in den Bergen (typisch Deutsch). Essen und trinken kostet ca. das doppelte bis zum dreifachen zu sonst .. bei der Anreise – mit Eselkaravanen, kein Wunder. Spüre nach der heißen Dusche jeden untrainierten Muskel und vor allem die Schultern vom etwas schweren Gepäck. Ich leib voraussichtlich 2 -3 Nächte, bevor es in das ca. 5 Std entfernte Ghorepani und zum Poonhill geht.
Die Nächte hier sind aufgrund der relativ nahen Berge Annapourna South (7219 m),Hiunchuli (6401 m), Machhapuchhere (6993 m) sehr kalt.
Ich hab mich mit langer Unterwäsche in meinen Schlafsack verkrochen. Abendessen und Trinken bestand nur aus einem Pott heißem Tee und einer warmen Tomatensuppe – 290 Rupien. Frühstueck 2 Eier, heiße Chocolade und Chapati – 230 Rupien. Die Leute sind ausgesprochen nett hier im Hotel Sukura. Kurz vor 7 Uhr geht hier die Sonne über den Bergen vor meinem Fenster auf.
Am 23. Febr. ging es die erste Strecke – heute ist der 24. Februar = mein Namenstag. Bin heute einige Stufen in Gandruk rumgeklettert. Stille und das Flattern der Vögel waren meine Begleiter und natürlich die Hupen (Glocken) der vorbeiziehenden Mulikaravanen. Zwischendurch Menschen bei der Arbeit gesehen, alle haben freundlich gegrüßt und dabei gelächelt. Lächeln ist hier sehr wichtig. Ein kleiner Nepalese ist ganz begeistert von meinem IPod (siehe Foto)..und gibt ihn fast nicht mehr her.
Ich bleibe voraussichtlich noch 2 Nächte. Die Nähe zu den Bergen und das Ausbrechen vom Reisen in den Städten tut gut.
Denke, dass ich jetzt Stufe 3 meines Reisens erreicht habe. Ruhe zu haben, um die Dinge um mich herum zu genießen. Auch mal einen Tag länger bleiben. Man sieht mehr.
Eine Gruppe Franzosen mit Guide und Sherpas ist eingetroffen. Nun ist es nicht mehr ganz so ruhig. Die Zwischenwände bestehen aus Holz, dementsprechend hörst du jeden Schnarrrrrcher. Die Franzosen sind heute ins ca. 3 Std. entfernte Tadapani weitergezogen. Morgen früh gehts auch für mich weiter. Will relativ früh unterwegs sein und mir ein paar Pausen mehr gönnen. Es dauert ca. 5-6 Std.(stimmt nicht) nach Ghorepani. Strecke soll ein up and down sein. Heute ist es bewölkt (d.h. kalt) und es regnet immer wieder. Habe heute schon einen Sohn gesehen, der seine Mutter sherpalike, denke zu einem Arzt gebracht hat (siehe Bild). Hier wird jeder und alles auf diese Art und Weise transportiert. Bin heute noch dabei gewesen, wie Blätter/Äste per Sichel von den Bäumen geschlagen wurden. Das Futter wurde hier wie üblich transportiert und zu den Büffeln gebracht.
Leider hat es heute angefangen, stärker zu regnen. Mit Verdacht auf Schnee..
Na dann..warten wir ab. Das Guesthouse is fully booked. À lot of english guys with the typical dialect and of course the nepali Sherpas..Bin kurz vor 8 Uhr, nach einer Tomatensuppe, die ich in der Küche mit den Nepalesen zu mir genommen habe, in meinen Schlafsack gekrochen. Das war Tag drei.
Ich habe heute die Rechnung – 1695 Rupie – bezahlt, d.h. + Tag davor insgesamt mit Übernachtung 23 Euro für 3Naechte incl. Essen und trinken.
Tags drauf bin ich um 7.17 Uhr aufgebrochen und um 16.15 Uhr am Ende meiner Kräfte angekommen – im Super View Guesthouse in Ghorepani – fast ganz oben.. Das nächste house heißt noch Top View, das darunter liegende Nice View…. Bin die halbe Strecke mit oder sagen wir hinter einer koreanischen Familie und ihrem Guide gelaufen.. Dann fast nur noch allein, außer 3 Locals, die mich überholt haben. Normalerweise laufen die Touris in die entgegengesetzte Richtung, habe mal kurz gefragt/ soll leichter und schneller sein. Jetzt weiß ich es auch.. Hatte so gegen 11.30 Uhr bis ca. 13 Uhr Regen und Touri Gegenverkehr – ca. 30 Leute, fast immer mit Guide und Porter (ein Ami, der mit Cowboystiefel und Guide unterwegs war und mich vorgewarnt hat, das es etwas rutschig ist..) Sein Weg war fast nur bergab, meiner war beides. Danach sah ich nur noch Einheimische in den Guesthousern, die auf dem Weg waren. Nepalesen sind ein sehr nettes Völkchen. Wenn du allein unterwegs bist, bleiben sie bei dir stehen und reden mit dir und geben Auskunft. Es sind einige, die von Mustang aus den Bergen kommen und hier für 3 Monate in der Saison arbeiten. Um mich herum schneebedeckte Gipfel (sehe ich durch 2 riesige Fenster). Ich fühl mich mehr tot als lebendig. Bin außer 5 min Stopps durchgelaufen. Durch Schnee und Eis, rumgerutscht an Wurzeln hochgezogen Berg auf und Berg ab.. Von Gandruck (1930 m) auf Tadapani (2630 m), wieder paar 100 m runter, dann rauf auf Ban Thanti (3180 m) runter und wieder rauf und wieder runter nach Ghorepani (2860 m). Danach nahm ich eine heiße Dusche in einem Blechteil – oben ist die heiße Wasserluft abgezogen und dafür ist die eiskalte Bergluft reingekommen..der Chinese neben mir in der anderen Kabine hat nur gebibbert. Nach dem Essen und dem obligatorischen Lemontee small pot werde ich mich in meinen Schlafsack einwickeln und dann nur noch schlafen, wenn es in den Sperrholzräumem möglich ist. Alles wackelt, wenn die Leute raufkommen oder runtergehen. Habe mir alles Verfügbare angezogen, zittere immer noch wie Espenlaub..es ist nur kalt hier.
Erinnert mich irgendwie am meine Kindheit, da waren auch nur 2 Zimmer beheizt und hier ist es nur eins..und das ist 2 Stockwerke unter mir. Für 4 Tage haben sie keinen Strom..d.h. es gibt nur Kerzenlicht. Ab 17 Uhr fragen Sie, was du zum Essen möchtest. Um 5.30 Uhr in der Früh gehen die Leute hier zum Poonhill. Hier ist die beste View auf den Anapurna (8091 m) und den Dhaulagiri (8193 m). Wenn ich mich einigermaßen fühle, laufe ich morgen rauf.
Ja – ich war oben, ca. 35 min rauf, eisig kalt, aber nur genial. Sonnenaufgang und Sterne über den 8000ern, klarer Himmel. traumhaft (siehe Bilder). Bin noch eine Nacht geblieben, die meisten bleiben nur eine hier..dann ca.!!! 6 -8 Std. nur abwärts in das warme Birethanti. Um 7.47 Uhr von Ghorepani nach einem guten Fruehstück aufgebrochen. Es geht wirklich fast nur steil bergab. Slowly slowly.. alter Mann ist kein D-Zug. Entgekommede Sherpas und Maulesel mit 100 von Hünern und allem Möglichen beladen, sind mir entgegengekommen, Alle 1/2 Std. sind hier Guesthouses and Restaurants mit Blick auf den Anapurna. Es wurde noch etwas heiß zum Schluss d.h. um 15.15 Uhr in Birethati. Dann weiter mit 2 Franzosen im Taxi nach Pokhora (17.45 Uhr angekommen) Gleiches Guesthouse – nur mit eigenem Bad für 400 Rupien. Wollte nicht mehr weiterlaufen..hat wirklich gelangt…
2 März ist hier das Sirevathi Fest, wo alle bekifft und besoffen durch die Gegend laufen können und dürfen. Für Touri Frauen in Kathmandu nicht sehr spassig.. Bleib noch einen Tag in Pokhara und dann fahr ich am 2.3. hoffe ohne bekifften Busfahrer aber hoffentlich mit sauberer Wäsche nach Kathmandu.





























































