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Artikel der Kategorie Februar 10th, 2011

Tibet, Bhutan, Nepal an einem Ort

Februar 10, 2011 Von: xindian Kategorie: Indien

Inder sind ein sehr neugieriges Völkchen. Sie schauen dich immer mit großen Augen an, wie und was isst du usw. Nach den typischen Fragen kommen auch die Fragen nach Familienstand, wo ist deine Frau, hast du Kinder usw. Auf diese Fragen haben sich Lilly und Norbert mit einem kleinen Fotoalbum von Eltern, Trachten, Schnee, Heimatort usw. vorbereitet – wichtig auch für die armen Leute, die nicht englisch sprechen.
Peter, ein Aussi, der allein in Indien unterwegs ist, sagt dann immer „Sie starb letztes Jahr in Indien bei ein Rikschaunfall“, betroffene Gesichter und keine Nachfragen mehr.
Bin gestern Abend mit Peter und Peter in einem Restaurant zusammengesessen, als sich eine Gruppe Tibeter neben uns gesetzt hat. Nachdem Lilly eine Tibeterin von ihrem Kartoffelbrei hat probieren lassen (sie hat immer so hungrig rübergeguckt) entstand mit 2 Englischsprechenden ein nettes Gespräch, nachdem Handynummern und Email-Adressen ausgetauscht wurden, um sich in Kathmandu wieder zu treffen. Sie hatten teilweise ihre Tracht an und einer davon hätte Cochise ( den Apachen) in einem Western spielen können….


Lilly hat dem tibetische Maedchen, 16 Jahre alt, dann noch einen Lippenstift (hat mehrere als Spende bekommen, letztes Mal Kugelschreiber) und einen Anhänger geschenkt. Soviel Freude sieht man bei uns heute nicht mal mehr von Kindern unter dem Weihnachtsbaum. Sie hat dann Lilly einen Tag später einen Ring gebracht.
Auch viele Bhutanesen-Maenner mit kürzeren Röcken und Frauen mit langen Röcken und kurzen Haaren sind hier (selten ausserhalb von Bhutan zu finden). Für uns ein fast unerschwingliches Reiseland (sehr exclusiv).
Bei aller Armut siehst du immer sehr viele lachende Kinder-Gesichter.    
Heute Walkingtour zu den verschiedenen Tempeln und dem riesigen Buddha – eingeweiht vom Dalai Lama. Wir sind mit den beiden Peter (1xAussi, 1xBerlin) unterwegs. Nach einer sehenswerten Tour, besonders der tibetische Tempel war sehr schön, noch einen Ausflug in ein Dorf (old India) gemacht – sehr ursprünglich. Es steht noch der Besuch der Höhle aus, in der Buddha einige Jahre gefastet hat (der Weg war besser als das Ziel) und ein Besuch bei den Exiltibetern, die an der Grenze zu Nepal in Dolpo, hoch in den Bergen leben. Ein sehr sehr hartes Leben. Um aus den Bergen rauszukommen, muessen sie ueber 2 hohe Berge im Himalaya Gebirge wandern, bevor sie mit Bussen weiterfahren können. Die Kinder werden in die Kloester geschickt, damit sie eine Schulbildung erhalten und aus ihrem eintönigen Umfeld rauskommen. In den ersten 3 Jahren, 3 Monaten und 3 Tagen duerfen sie sich nicht die Haare und die Fingernaegel schneiden. Es hat damit zu tun, dass Buddha die gleiche Zeit gefastet hat. Religion gibt ihnen Halt.
Nur einer der Gruppe spricht englisch, ein Lehrer, der versucht, Spenden fuer eine Schule du bekommen.
Sie arbeiten hier in dem Maintempel, im Butterlampenhouse. Wir werden sie evtl. teilweise in Kathmandu in Nepal wiedersehen. 
Der Weg zum Cave fuehrte durch alte Doerfer, Palmen, Natur pur, wo die Zeit stehengeblieben ist. Nur eine Flussbreite (ausgetrocknet)von der Strasse entfernt. Diese „Wueste“ mussten wir durchqueren, bis der Feldweg anging. Frauen dreschen noch per Hand (Maenner sitzen im Schatten und spielen Karten). Ochsen, Kuehe und viele Kinder ueberall, die sofort nach einem kurzen „Hallo and where are you from“ sofort auf Rupi etc. zum sprechen kommen. Sie laufen einem schreiend nach. Uns wurde gesagt, gib bloss nichts, sonst wirst du sie nicht mehr los und nimm nicht zuviel mit (Ueberfaelle).
Daran haben wir uns gehalten, auch auf dem letzten Teilstueck zur Hoehle, als die Bettler uns ihre unzaehligen Haende entgegenstreckten. Teilweise wurden Priester und andere Besucher mit Saenften rauf- oder runtergetragen. Ein Wuerdentraeger in der Saenfte wurde regelrecht von allen Seiten be- oder gestuermt, nachdem er begonnen hat, Geldscheine zu verteilen.. Ein Polizist und mehrere ‚Hilfspolizisten‘ gingen mit Stoecken dazwischen. Nur drohend, nicht schlagend….fuer ihre Hilfe haben sie sich sicher etwas versprochen.. Wir haben uns aber auf dem Weg nie bedroht gefuehlt. Die meisten Leute waren recht freundlich. Der Rueckweg im Tempo (Sammelrikscha) mit 17 Leuten, 4 Leute im Gepaeckraum, 4 auf der Stossstange, der Rest verteilte sich auf 2 schmalen Sitzbaenken. Amazing…..
Habe hier fuer meine deutschen Buecher Shantaram in Englisch eingetauscht. Es ist eins der! Indienbücher (weisser Tiger, das Zirkuskind empfohlene Buecher).
„Tibet om cafe“ von Tibetern geführt mit Dalai Lama Bildern und Spruechen ist unser Fruehstuecksquartier (Porridge, Milkcafe usw), angenehme Atmosphaere mit beruhigender Musik von Deva Remal – Mantras (Saengerin aus Nuernberg!!) und gutes Essen.
Samstag gehts weiter nach Nepal, eine ca. 2 Tage lange anstrengende Anreise mit Zug und Bus fuer ca. 5 Euro (Ticketpreis) steht uns bevor. Durchschnittlich brauch ich hier in Indien um die 10 – 15 Euro pro Tag fuer Essen/Trinken und Übernachtung (Durchschnittseinkommen eines Inders mit einigermassen geregelter Arbeit) 1 bis 3 Euro!
Es wird hier von Tag zu Tag heisser. In den ersten Naechten noch gefroren, jetzt wird es schön langsam warm in unserem Schlafsack…..
In Delhi am Ende unserer Reise warten über 40 Grad auf uns. 
Der Monsum kommt.