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Artikel der Kategorie Februar, 2011

Lemon Tee Time in den Bergen

Februar 28, 2011 Von: xindian Kategorie: Nepal


Um 17.15 Uhr bin ich in Ghandruk angekommen. Ich weiß nicht mehr, wieviele Stufen es waren, aber es waren einige 1000 – nach meinem Gefühl. Jetzt weiss ich auch, warum mir eine Ziegenhirtin einen Wanderstecken gegeben hat…mit so einem wissenden Nicken, den brauchst du noch.,,Wunderschöne Ausblicke wurden mir den ganzen Weg über geboten, aber ich hatte teilweise keine Kraft mehr, um Bilder zu machen .. no Sport old men. Eine ungewohnt saubere  Luft hatte ich hier auf ca. 2000 m. Die meisten der Trecker, die hier rumlaufen, haben einen Guide/Träger dabei, die ihnen ihr ganzes Gepäck schleppen. Gandruk ist direkt in die Berge gebaut. Viele kleine Gassen durchziehen den Ort.

Nach Pokhara bin ich um 7.25 Uhr aufgebrochen. Der Busdriver hat nicht kapiert, wohin ich will, deshalb musste ich ca. 5 km zurück laufen. Bin dann eine kurze Strecke auf dem Dach eines Buses mitgefahren. Mir war etwas mulmig auf dem Dach zumute, denn es wurde nicht gerade langsam gefahren und unter mir waren nur enge Strassen mit tiefen Abgrund. War dann erst gegen 11.30 Uhr auf dem Weg. Nachdem ich an 2 unterschiedlichen Checkpoints die Permits zeigen musste, bin ich immer auf den Weg achtend gelaufen und hab versucht, die Strecke zu genießen. Traumhafte Ausblicke, klare Luft und Stille, die nur von den fröhlichen Menschen unterbrochen wird. Ich habe kurz mit einem Gurkha Soldaten gesprochen, der hier im Dauerlauf unterwegs war und bin dann mit 2 nepalesischen Kingfisher(Fluglinie)-Mitarbeitern und einer Amerikanerin die restliche lange Strecke gelaufen. Kurz nach Ortseingang haben wir uns dann getrennt.

Die Leutchen, die hier auf dem Berg leben, haben sich einen Spaß daraus gemacht, dir nicht die Wahrheit über die Strecke zu sagen…nur noch 20 Min, nur noch ein paar Stufen .. diese Richtung…. Wenn du die Menschen siehst, wie sie die Waren in Körben transportieren – alles mit einem Band am Kopf/Stirn fixiert. Auch einen Toten oder Kranken haben sie zu viert die endlosen Stufen auf einer Bare heruntergetragen.
Jetzt bin ich in einer kleinen Unterkunft mit Bergblick – für 100 Rupie pro Nacht. Wir haben Solar am Dach. Ein deutscher Bäcker hat das hier mit aufgebaut – es sind noch Bilder von ihm im Gastraum mit seiner nepalesischen Frau und den Kindern, er lebt nur noch 1 Monat hier pro Jahr. Alles sehr sauber und die Speisekarte ist perfect, alles ist in der Karte – auch die Zimmerpreise und die Verhaltensregeln hier in den Bergen (typisch Deutsch).  Essen und trinken kostet ca. das doppelte bis zum dreifachen zu sonst .. bei der Anreise – mit Eselkaravanen, kein Wunder. Spüre nach der heißen Dusche jeden untrainierten Muskel und vor allem die Schultern vom etwas schweren Gepäck. Ich leib voraussichtlich 2 -3 Nächte, bevor es in das ca. 5 Std entfernte Ghorepani und zum Poonhill geht.
Die Nächte hier sind aufgrund der relativ nahen Berge Annapourna South (7219 m),Hiunchuli (6401 m), Machhapuchhere (6993 m) sehr kalt.
Ich hab mich mit langer Unterwäsche in meinen Schlafsack verkrochen. Abendessen und Trinken bestand nur aus einem Pott heißem Tee und einer warmen Tomatensuppe – 290 Rupien. Frühstueck 2 Eier, heiße Chocolade und Chapati – 230 Rupien. Die Leute sind ausgesprochen nett hier im Hotel Sukura. Kurz vor 7 Uhr geht hier die Sonne über den Bergen vor meinem Fenster auf.
Am 23. Febr. ging es die erste Strecke – heute ist der 24. Februar = mein Namenstag. Bin heute einige Stufen in Gandruk rumgeklettert. Stille und das Flattern der Vögel waren meine Begleiter und natürlich die Hupen (Glocken) der vorbeiziehenden Mulikaravanen. Zwischendurch Menschen bei der Arbeit gesehen, alle haben freundlich gegrüßt und dabei gelächelt. Lächeln ist hier sehr wichtig. Ein kleiner Nepalese ist ganz begeistert von meinem IPod (siehe Foto)..und gibt ihn fast nicht mehr her.
Ich bleibe voraussichtlich noch 2 Nächte. Die Nähe zu den Bergen und das Ausbrechen vom Reisen in den Städten tut gut.
Denke, dass ich jetzt Stufe 3 meines Reisens erreicht habe. Ruhe zu haben, um die Dinge um mich herum zu genießen. Auch mal einen Tag länger bleiben. Man sieht mehr.
Eine Gruppe  Franzosen mit Guide und Sherpas ist eingetroffen. Nun ist es nicht mehr ganz so ruhig. Die Zwischenwände bestehen aus Holz, dementsprechend hörst du jeden Schnarrrrrcher. Die Franzosen sind heute ins ca. 3 Std. entfernte Tadapani weitergezogen. Morgen früh gehts auch für mich weiter. Will relativ früh unterwegs sein und mir ein paar Pausen mehr gönnen. Es dauert ca. 5-6 Std.(stimmt nicht) nach Ghorepani. Strecke soll ein up and down sein. Heute ist es bewölkt (d.h. kalt) und es regnet immer wieder. Habe heute schon einen Sohn gesehen, der seine Mutter sherpalike, denke zu einem Arzt gebracht hat (siehe Bild). Hier wird jeder und alles auf diese Art und Weise transportiert. Bin heute noch dabei gewesen, wie Blätter/Äste per Sichel von den Bäumen geschlagen wurden. Das Futter wurde hier wie üblich transportiert und zu den Büffeln gebracht.
Leider hat es heute angefangen, stärker zu regnen. Mit Verdacht auf Schnee..
Na dann..warten wir ab. Das Guesthouse is fully booked. À lot of english guys with the typical dialect and of course the nepali Sherpas..Bin kurz vor 8 Uhr, nach einer Tomatensuppe, die ich in der Küche mit den Nepalesen zu mir genommen habe, in meinen Schlafsack gekrochen. Das war Tag drei.
Ich habe heute die Rechnung – 1695 Rupie – bezahlt, d.h. + Tag davor insgesamt mit Übernachtung 23 Euro für 3Naechte incl. Essen und trinken.
Tags drauf bin ich um 7.17 Uhr aufgebrochen und um  16.15 Uhr am Ende meiner Kräfte angekommen – im Super View Guesthouse in Ghorepani – fast ganz oben.. Das nächste house heißt noch Top View, das darunter liegende Nice View…. Bin die halbe Strecke mit oder sagen wir hinter einer koreanischen Familie und ihrem Guide gelaufen.. Dann fast nur noch allein, außer 3 Locals, die mich überholt haben. Normalerweise laufen die Touris in die entgegengesetzte Richtung, habe mal kurz gefragt/ soll leichter und schneller sein. Jetzt weiß ich es auch.. Hatte so gegen 11.30 Uhr bis ca. 13 Uhr Regen und Touri Gegenverkehr – ca. 30 Leute, fast immer mit Guide und Porter (ein Ami, der mit Cowboystiefel und Guide unterwegs war und mich vorgewarnt hat, das es etwas rutschig ist..) Sein Weg war fast nur bergab, meiner war beides. Danach sah ich nur noch Einheimische in den Guesthousern, die auf dem Weg waren. Nepalesen sind ein sehr nettes Völkchen. Wenn du allein unterwegs bist, bleiben sie bei dir stehen und reden mit dir und geben Auskunft.  Es sind einige, die von Mustang aus den Bergen kommen und hier für 3 Monate in der Saison arbeiten.  Um mich herum schneebedeckte Gipfel (sehe ich durch 2 riesige Fenster). Ich fühl mich mehr tot als lebendig. Bin außer 5 min Stopps durchgelaufen. Durch Schnee und Eis, rumgerutscht an Wurzeln hochgezogen Berg auf und Berg ab.. Von Gandruck (1930 m) auf Tadapani (2630 m), wieder paar 100 m runter, dann rauf auf Ban Thanti (3180 m) runter und wieder rauf und wieder runter nach Ghorepani (2860 m). Danach nahm ich eine heiße Dusche in einem Blechteil – oben ist die heiße Wasserluft abgezogen und dafür ist die eiskalte Bergluft reingekommen..der Chinese neben mir in der anderen Kabine hat nur gebibbert.  Nach dem Essen und dem obligatorischen Lemontee small pot werde ich mich in meinen Schlafsack einwickeln und dann nur noch schlafen, wenn es in den Sperrholzräumem möglich ist. Alles wackelt, wenn die Leute raufkommen oder runtergehen. Habe mir alles Verfügbare angezogen, zittere immer noch wie Espenlaub..es ist nur kalt hier.
Erinnert mich irgendwie am meine Kindheit, da waren auch nur 2 Zimmer beheizt und hier ist es nur eins..und das ist 2 Stockwerke unter mir. Für 4 Tage haben sie keinen Strom..d.h. es gibt nur Kerzenlicht. Ab 17 Uhr fragen Sie, was du zum Essen möchtest. Um 5.30 Uhr in der Früh gehen die Leute hier zum  Poonhill. Hier ist die beste View auf den Anapurna (8091 m) und den Dhaulagiri (8193 m). Wenn ich mich einigermaßen fühle, laufe ich morgen rauf.
Ja – ich war oben, ca. 35 min rauf, eisig kalt, aber nur genial. Sonnenaufgang und Sterne über den 8000ern, klarer Himmel. traumhaft (siehe Bilder). Bin noch eine Nacht geblieben, die meisten bleiben nur eine hier..dann ca.!!! 6 -8 Std. nur abwärts in das warme Birethanti. Um 7.47 Uhr von Ghorepani nach einem guten Fruehstück aufgebrochen. Es geht wirklich fast nur steil bergab. Slowly slowly.. alter Mann ist kein D-Zug. Entgekommede Sherpas und Maulesel mit 100 von Hünern und allem Möglichen beladen, sind mir entgegengekommen, Alle 1/2 Std. sind hier Guesthouses and Restaurants mit Blick auf den Anapurna. Es wurde noch etwas heiß zum Schluss d.h. um 15.15 Uhr in Birethati. Dann weiter mit 2 Franzosen im Taxi nach Pokhora (17.45 Uhr angekommen) Gleiches Guesthouse – nur mit eigenem Bad für 400 Rupien. Wollte nicht mehr weiterlaufen..hat wirklich gelangt…
2 März ist hier das Sirevathi Fest, wo alle bekifft und besoffen durch die Gegend laufen können und dürfen. Für Touri Frauen in Kathmandu nicht sehr spassig.. Bleib noch einen Tag in Pokhara und dann fahr ich am 2.3. hoffe ohne bekifften Busfahrer aber hoffentlich mit sauberer Wäsche nach Kathmandu.

Ali Baba / Bart ist ab

Februar 20, 2011 Von: xindian Kategorie: Nepal

Mal in eigener Sache / Bart am Markt abrasieren lassen, fuer 0,85 Euro

Norbert hat es dokumentiert. Der Typ hat voll nach Rauch gerochen.
Am Dienstag 7 Uhr gehts nach Pokora ins Anapurna Gebirge zum trekken, Permit (20 Dollar und 2000 Rupien) und 3 Passbilder brauchte ich dafür. Aber es soll eine ganz einfache Strecke sein. Poonhill (Babytrekk)!!

Namaste ….Nachdem ich mich vorlauefig von Lilly und Norbert verabschiedet und ein paar Kleinigkeiten (Batterien, Speicherkarte) besorgt habe, ging es für 350 Rupien mit dem Bus ins 200 km entfernte Pokhara (Fahrtzeit 6 – 8 Std) Fuer die 7 Uebernachtungen Kathmandu habe ich jetzt 8,40 € bezahlt, im Gurka Guesthouse, nicht weit vom bekannten Kathmandu Guesthouse entfernt. Für Low Budget Reisende zu empfehlen.
 
Bin froh, mal ein paar Tage dem wirklich heftigen Smog des Kathmandu Tales zu entfliehen. Hatte jetzt 2 Tage immer wieder Kopfweh und bin mit Halstuch um den Mund rumgelaufen.
Aber im Verhaeltnis zu Indien ist Nepal wirklich sauber (jeden Tag wird gekehrt), außer der Fluss, der durch Kathmandu fließt. Voll zugemüllt, und auch die Asche der Verbrannten landet unter anderem hier. Grundwasser ist verseucht, auch ein Teil der Einheimischen vermeiden es, das Wasser zu trinken. Fuer uns ist auch der Salat gefaehrlich….gewaschen im Flusswasser. Sehr positiv: Nepalesen sind bei weitem nicht so aufdringlich wie Inder. Sie sind eher der chinesischen statt der indischen Seite zugewandt. Nepal liegt direkt eingequetscht zwischen den beiden grossen Nachbarn. China investiert sehr viel in den korrupten Staat Nepal. Die Einheimischen sagen, der Staat nimmt nur und gibt nichts, siehe Strassen in Kathmandu. Und Indien hat ihnen viel von ihrem Land genommen z.B. Laddak 

Die Spezialeinheit der nepalesischen Armee, die Gurkhas, hat in Kathmandu in der Naehe der old bus station ihre Kaserne. Sie hat schon im I. und II. Weltkrieg unter den Englaendern gekaempft. Ihr Markenzeichen ist das gebogene Messer. Nepal ist sehr stolz auf diese Soldaten. 
Die Armut ist hier auch taeglich zu sehen. Menschen, die direkt auf Muellbergen leben oder viele Lebrakranke, die hier liegend oder sitzend betteln.

Pokhara nach 6.30 Std. erreicht. Habe das Taxi mit 2 Deutschen geteilt, die sich aber relativ schnell verabschiedet haben (sind weitergelaufen). Fast immer das Gleiche auf der Welt – Angst, dass man den Fremden nicht mehr los wird….Fuer 300 Rupies hab ich Room ohne Bad, das sich aber gleich ausserhalb der Tuer befindet, im Peace Nepal Guesthouse, das ich ein bisserl ausserhalb gefunden habe. Gegessen hab ich auch bei einem Cheap Nepalesen Restaurant, 1.20 Essen mit Getraenke. Pizza waere fuer ca. 1.70 bis 2 € zu bekommen. Pokhara besteht nur aus Restaurants, Guesthouses, Buechern, Schmuckshops usw. und Touris. Aber die Sonne scheint ueber den See und ich konnte schon einen beeindruckenden Blick auf das Annapurna Gebirge erhaschen. 
 Traeger und Fuehrer wurden auch schon angeboten. Wenn man mit einem Nepalesen geht, dann kostet ein Teil des Permits nur 10 statt 20 $. 
Ich geh allein.
Morgen frueh gehts los. 
Hoffe, Lilly und Norbert haben einigermassen gutes Wetter in Kathmandu und finden genug grosse Taschen fuer die ganzen Schraenkchen, Bilderchen,Toepfchen und so weiter ….chen. Der Flug nach Delhi ist leider auf 20 kg begrenzt. 80 Euro mit Jet Air.
Jetzt aber bis in ca. 1 Woche. Bleibt gesund.  

Chickentown

Februar 19, 2011 Von: xindian Kategorie: Nepal

Dakshin Kali (die Blutruenstige) war heute unser Ziel. 4.45 Uhr klingelte der Wecker. 5.30 Uhr waren wir auf dem Weg zur Busstation und um 6 Uhr waren wir im Bus. In unseren Bussen würden ca. 48 Leute sitzen, hier incl. Dachbelegung über 100 + Goeckel und Ziegen, die der Goettin dagebracht werden, und Kartoffeln, Gemuese usw., welches auf dem Markt in der Naehe verkauft wird. Da ich stehen musste und die Nepal Buse etwas niedriger sind (ja es gibt kleinere als mich), hat mein Denkapparat einige Stoesse abgekriegt. Nach ca. 1,5 Std. erreichten wir den Kali Tempel (Hindu). Es gab hier außer den ueblichen Andenken nochmal die gleichen Tiere wie im Bus zu kaufen; die Opfergaben sozusagen zum mitnehmen. McNepal sozusagen. Die Atmosphaere war andaechtig, vergnuegt wegen den vielen Familien (lange Schlangen hatten sich gebildet), die mit hergekommen sind, um ein heiliges Mahl  nach der Opferung zu bekommen. Es wurden nicht nur Tiere geopfert, sondern auch Kokusnuesse (die von einem Priester? auf einen Stein geschlagen wurden, der Saft wurde Kali geopfert. Den Spendern wurde mit roter Farbe und Reiskorn die Stirn gesalbt. 
Jetzt kommen wir zum wirklich sehr blutigen Teil. Die Besitzer brachten ihre Tiere  in einen besonderen Teil der Anlage. Es waren in steingehauene Abbildungen der blutruenstigen Kali angebracht. Vor den Abbildungen stand sozusagen der Schlachter, der allem Gefluegel (eine Ente gesehen) die Kehle durchschnitt und den Ziegen mit dem gleichen Messer den Kopf abtrennte. Das Blut wurde teilweise ueber die Goettin gespritzt. Wir konnten ungehindert Fotos machen, auch wenn in den Reisefuehrern stand, das es nicht erlaubt sei. Es sind einige sehr blutige Bilder entstanden, die ich hier nur ansatzweise zeige. Die Menschen brachten danach ihre toten Tiere gleich zum ‚Metzgerbereich‘, der die Ziege haeutete und das Gefluegel rupfte. Es ging danach groesstenteils in den angrenzenden Park, wo die ganze Familie ein Art Barbeque veranstaltete.
Ein aufregender Tag ging mit Besuch der in der Naehe liegenden budhistischen Tempelanlagen und dem Aufhaengen der Gebetsfahne fuer unsere Lieben und Freunde zu Ende. Chickentown war der Name vom Busfahrer.
Nachdem eine Rueckfahrt mit dem Bus nicht moeglich war, sind wir auf Royal Enfield umgestiegen (siehe Bild mit Verleiher).
Treckingtour ab Dienstag geplant, Funk-und Blogstille…..dann         

Kathmandu

Februar 17, 2011 Von: xindian Kategorie: Nepal

Die Nacht und der erste Morgen mit Gewitter und Regen nach der schoen(en) beschwerlichen Anfahrt. Das sind meine ersten Regentropfen seit ….?
Strom ist hier in Kathmandu meist nur begrenzt bis ca. 17 Uhr + irgendwann in der Nacht. Die meisten Geschaefte erhalten ihr Licht danach ueber Generatoren oder ueber Kerzen oder sie schließen die Buden.
Heute war ein stromfreundlicher Regentag. Erklaerung: nur Regen den ganzen Tag, aber die Wasserspeicher, die fuer die Wasserkraft = Strom zustaendig sind, sind wieder voll. 

Der Tag wurde fast (Butterbreze bei einem deutschen Baecker) nur vor dem PC verbracht. Bilder laden, Berichte und Emails beantworten. Leider auch mit der Erkenntnis, das sowohl bei Norbert als auch bei mir, aufgrund Speicherkartemproblemen, Bilder von Alahabad, Varanasi und Bodgaya nicht oder nur teilweise vorhanden oder beschaedigt sind. Vielleicht besteht noch die Moeglichkeit, einige Bilder daheim mit speziellen Programmen zu retten.
Dann haben Norbert und ich die noch vorhandenen Bilder im Internetcafe auf dem Desktop gesichert (wollten uns eine DVD brennen lassen) und sortiert, auch fuer den Blog – 1 Std Arbeit,  dann machts ‚PENG‘ – Strom weg und damit auch alles vom Desktop geloescht….
Wir machen morgen weiter und hoffen auf gutes Wetter. Flug nach Delhi fuer den 12. Februar gebucht. 
Nach den teuren vegetarischen Pizzas heute wieder indisch. Alumuter und cheese nan und Zitronentee und Pepsi fuer ca. 1.20 € pro Person. Hatten aber am Nachmittag schon eine warme Suppe und Zitronentee fuer 0,85 Euro. Es ist nur 2 Strassen vom Tamel enfernt, schon viel viel billiger.
Nach Regen folgt Sonne, und genau so war es. Tolle Fernsicht auf das Himalayagebirge, schneebedeckte Gipfel und blauer Himmel. Sehr selten, dieser Anblick. Kathmandu liegt normalerweise immer unter einer dicken Smogsicht, aber der Regen hat fuer saubere Luft gesorgt.
Der Koenigsplatz hat sich von seinen besten Seiten gezeigt. Eintritt war 300 Rupien  und fuer die weiteren Tage mussten wir uns eine Art Ausweis in einem anderen Buero besorgen (Pass und extra Lichtbild wurde benoetigt). 
Lilly hat koenigliche Affenboller auf die Muetze bekommen, unbeschadet ueberlebt.. Viele Traeger hatten es da schwerer.. Einer hat gleich ein ganzes Buero am Buckel gehabt, eine Fahrradrikscha ist zusammengebrochen unter der Last vieler Saecke. 
Zum Abschluss sind wir noch zum Affenberg – Swayambuh? gelaufen und viele Stufen geklettert. Gebetsfahnen und die goldene Spitze haben uns den Weg gezeigt, Affen und Raubvoegel ueberall. Tempel, Moenche, Boen Masken und traditioneller tibetischer Schmuck. In einen Tempel hat vor 2 Tagen der Blitz eingeschlagen. Er ist mit ein paar Schnueren abgesperrt..
Tolle Bilder sind entstanden.


Kathmandu by night. Viele Kinder sind bettelnd in der Nacht unterwegs. Sie sammeln alles Verwertbare von der Strasse und viele schnueffeln dabei Klebstoff. Lilly und Norbert bringen einen Teil ihrer Spenden hier her. Die Schweizerin Nicole holt hier Kinder von der Strasse. Sie bringt ihnen Essen und schaut, dass sie in die Schule gehen. Meine Erfahrung von heute Abend zeigt mir, dass dies der bessere Weg ist, als einzeln etwas zu geben. Hab heute 2 Strassenkindern etwas in der Baeckerei ab 20.30 Uhr zum 1/2 Preis gekauft und schon kam der Naechste. Hab ihm nichts gegeben. Hat dann nach mir andeutungsweise geschlagen. Auch viele Schmarotzer sind unterwegs, es faengt mit einer Zigarette an, geht bis zum Busticket zum krankem Opa, bis zum Vater, der auch Strassenkinder betreut und Unterstuetzung braucht – sind dann traurig, das man ihnen nichts gibt – Lilly und Norbert hatten sooo was heute.
Pashputinath? Der zweitheiligste Ort der Hindus. Verbrennungszeremonien und Sahdus ueberall. Als wir angekommen sind, wurde gerade eine aeltere Dame zum sterben hierhergebracht. Direkt am Burningghat ist ein Sterbehaus, so aehnlich wie in Varanasi. Wir duerfen hier alles fotografieren, auch den Sahdu, der sich nicht hinsetzt oder hinlegt seit mehr als 20 Jahren. Er haengt in einer Art Schaukel. Wir konnten nur ein Bein sehen, dick geschwollen – voll Wasser, oder ein Sadhu, der sich in alle Richtungen verbiegen kann und einen Big Joint nach dem anderen raucht.
Der Eintritt war 500 Rupies fuer uns Auslaender. Ein Teil der Tempelanlage ist nur fuer Hindus reserviert. Ein Mann ohne Beine ist hier auf den Haenden vorbeigelaufen. Wieder viele Affen, die hier Chai trinken und Sch… machen.
Jeder Tag ist ein Highlight, unbeschreiblich faszinierende Erfahrungen. Wir haben auch noch ein Altersheim besucht. Traurige und lachende, vom Leben gezeichnete Gesichter, sie leben in der Naehe der Tempelanlage in einer Art Kloster.
Morgen 5 Uhr steht das Kalifest an. Mit Opfern, die der Goettin Kali geopfert werden…
           

Mit Fahrradrikscha über die Grenze oder die Nacht in der Bahnhofshalle

Februar 15, 2011 Von: xindian Kategorie: Nepal

Wir sind um 23.20 Uhr in Rauxal angekommen. Es war eine relativ angenehme Zugfahrt – nicht viele Menschen an Board – Ghosttrain like.
Aber der Bahnhof war voll von Leuten, die hier auf die Weiterfahrt am nächsten Tag warteten. Sie lagen oder saßen hauptsächlich am Boden. Farmer verkauften (verleihten) für 10 Rupien eine Bastmatte. Rikschafahrer wollten uns schon in das nächste Hotel bringen, mit dem Hinweis „Foreign not alowed“. Nach kurzer Beratung haben wir uns entschieden, vor einem geschlossene Bahnschalter die paar Stunden am Boden zu schlafen – unsere grossen Rucksäcke gut verstaut und die kleinen als Kopfkissen hergenommen – Bastmatten auf den Boden gelegt und Schlafsäcke drauf. Der ganze Wartesaal hat uns zugeschaut.
War zwar etwas hart, hell und laut, aber wir haben es überlebt, inclusive der jeden unserer Atemzüge beäugenden Inder und der vielen Mosquitos.
Allein hätte es keiner von uns gewagt, aber als Gemeinschaft war es ok. Die Nacht „im gefährlichsten Bundesstaat von Indien“.
Um kurz vor 5 Uhr wurden alle vor den Schaltern Liegenden geweckt. Nachdem alles wieder verstaut und ein Chai getrunken war, ging es in der Dunkelheit per Fahrradrikschas zur Grenze. Wir waren die ersten Touris. Nach uns kamen einige Busse. Wir wissen nicht genau, warum der Grenzer in seiner Bruchbude  mit Stromausfall jedem von uns 100 indische Rupien für die Ausreise abgeknöpft hat, aber recht aufregen wollten wir uns auch nicht… Einreise in Nepal war unproblematisch, wurden nur nach Bagsisch gefragt, aber nichts von uns bekommen. Zeitunterschied ist 15 Min zu Indien / 4 Std.45 zu Deutschland.
Die 2 Rikschafahrer haben uns erst mal zu einer Busagentur gebracht, wo wir von allen Seiten, normal für Indien, bestürmt wurden. Nach mehrmaligem Verneinen ging es dann endlich zum vereinbarten Ziel Busbahnhof. Auch wieder eine schreiende Meute um uns rum. Kurze Diskussion, schon saßen wir im richtigen, aber klapprigen, bald vollbesetzten Bus für 100 indische Rupien pro Person.
Nach unserer Ankunft haben wir relativ schnell ein grosses 3-Bett- Zimmer gefunden für 700 nepalesische Rupien = 450 indische Rupien, pro Person ca. 2,50 € pro Nacht. Wasser wird hier am Ofen heißgemacht.
Lilly und Norbert besuchen hier im Tarra (tropischer Grünguertel vor dem ca. 6 Std. entfernten Kathmandu) ihr Patenkind. Sie lebt hier in der Umgebung in einem kleinen Dorf. Die Organisation „Plan Nepal“ (sie betreuen ca. 6700 Kinder, 75 % Mädchen, darauf richtet sich ihr Hauptaugenmerk) hat uns am Abend noch im Hotel besucht und zum Essen (leider wie am Vormittag und am Tag danach) eingeladen. In Nepal und Indien (Hindu Hauptreligion) ist es so: hat man 3 Jungs, ist man reich – hat man 3 Maedchen, ist man arm…..liegt an der Mitgift (die sich nach Arbeitskraft, Bildungsstand, Aussehen nur bedingt richtet). Plan versucht langsam, die Tradition zu durchbrechen, dass die Mädchen schon mit 11 Jahren verheiratet werden…..
Valentinsmontag hatten wir ein straffes Programm mit Besuch des Patenkindes Sobha zu durchlaufen.
Aber es war auch ein sehr interessantes. Die Organisation „Plan Nepal“(sie ist in der ganzen Welt vertreten) zeigte uns einige Eckpunkte und Projekte ihrer vielfältigen Arbeit.
Im Dorf von Sabha wurden wir wie Könige von Deutschland empfangen – mit nepalesischer Blasmusik, Begrüssung durch den Ortsvorsteher, mit Umhängen von Blumenkränzen und Salbung unserer Stirn mit roter Farbe – dies wiederholte sich noch 2 Mal an anderer Stelle. Im ganzen Dorf zeigten sie uns verschiedene Tänze und Gesänge von Bollywood-Filmen. Und die Nationalhyme von Nepal wurde vorgetragen von 4 Mädels. Auch wir wurden eingeladen, etwas zu singen oder zu tanzen, haben wir dankend abgelehnt.

Wir konnten uns ein Bild vom Zuhause von Sobha Sah machen. Ärmlichste Verhältnisse, 2 Zimmer mit Lehmboden, in denen sie zu acht oder zu zehnt leben. In der Mitte befindet sich eine Kochstelle. Die Familie ist so arm, weil sie eine Herz-Operation für einen ihrer Söhne (haben drei Söhne und eine Tochter) bezahlen mussten. Wurde finanziert durch die Bank. Der Vater hat feste Arbeit nur für 3 Monate im Jahr in der Zuckerrohrverarbeitung, die restliche Zeit lebt die Familie von der Landwirtschaft, wie 80 % der Nepalesen. Landwirtschaft ist hier Anbau von Zuckerrohr, Kartoffeln, Reis, Raps und Getreide und Viehwirtschaft ( Brennstoffbrickets aus Kuhdung).
Die Familie war trotz der Armut überaus liebenswürdig und zuvorkommend.
Wir haben insgesamt mehrere Schulen, einen Kindergarten, eine Veranstaltung für Menschen mit Einschränkung und einen Aufklärungsunterricht für Mädchen besucht. Bei dem Unterricht werden sie auf das Leben als Frau, und die Gefahren (Aids, Verleitung zur Prostitution usw.) vorbereitet.
Eine interessante Frage wurde uns gestellt, ob in Deutschland die Männer auch soviel trinken und dann ihre Frauen schlagen…..ein Problem in diesem armen Land…. wo die Frauen die Hauptarbeit leisten, sie fahren die Ochsen- und Pferdewagen für den Transport von Heu, sind fürs Getreide zustaendig und vieles mehr.
Es war nicht nur eine Reise zu neuen Kulturen, sondern auch eine Zeitreise nach Deutschland in die Zeit meiner Eltern, Grosseltern vor der Industrialisierung.
Am Abend dann noch ein Besuch bei einem Fussballtraining für junge Mädchen. Bobal Nepal, ein Leader von Plan, hat mich auf dem Motarrad ohne Helm mitgenommen…. Hab dann ein paar Bälle aufs Tor gekickt, bevor es dunkel geworden ist. Handsome..


Morgen geht es um 8 Uhr, es wurde 9.15 Uhr, in einem Minibus für Nepalesische Rupien 425 = 4.20 €, nach Kathmandu.
Es war eine deutsche Einbahnstrasse und einer der schlimmsten Feldwege zusammen, nur wurde sie beidseitig befahren. Gegen 15 Uhr erreichten wir bei Nieselregen Kathmandu.
Nach einer teuren Taxifahrt 250 = 2.50, sind wir in der Einkaufsstrasse angekommen. Wir haben nach 2 Nächten zu dritt im Zimmer in einem Chinesenguesthouse 2 Zimmer ohne Bad gefunden. Etagenbad, Einzelzimmer 1.20 €, Doppelzimmer 2.50 €. Ab 17 Uhr kein Licht.
Dafuer kostet die Pizza mit Getränken 7,- €.
Tamel voll Tourisshops, kompletter Gegensatz zu unserer bisherigen Reise.

Teil 1 Indien geht zu Ende

Februar 15, 2011 Von: xindian Kategorie: Indien

„You can’t change anything. You can’t do anything about it. You have accept that things could be worse, and they’ll never be much better, and you’re completely helpless in the face of it“ aus Shantaram.
Auf dem Weg zum Bahnhof nach Gaya hat ein mit 3 Männern besetztes Fahrrad eine Kuh gerammt.. Mal wieder was passiert. Lustig …..der Kuh ist nichts passiert..
Zugfahren in Indien ist eine unendliche Geschichte. Die geduldig wartenden Inder werden zu ‚Bestien‘, wenn es um Plaetze im Zug geht. Wie die Irren stuerzen sie aus und in den Zug.  Mallorca like werden hier durch Decken, Zeitungen, Tuecher die 2. Klasse-Sitzplaetze reserviert, durchs geoeffnete, aber vergitterte Fenster und mit lautem Geschrei. An die Fenster werden außen Fahrraeder angebunden, und ein Verkaeufer jagt den naechsten. Von Tageszeitungs- und Zeitschriftenverkäufer, Reisverschlussreparierer, Schuhputzer, Fruechte- und Gemueseverkaeufer, Verkäufer des beruechtigten und guten Chai Chai, von Getraenken, CD’s und natuerlich der Mumbali (Nuesse), abgefuellt in Zeitungspapiertueten, und Kokusnuessstuecken (Bihar ist voll von Palmen, Bananenstauden und Mosquitos) laufen anpreisend und lautstark durch den Zug. Sie tragen ihre Waren teilweise auf dem Kopf durch die immer voller werdenden Reihen. An der Decke sind Haltegriffe angebracht, die, solange sie unbelegt sind, im gleichmaessigen Takt des Zuges laut schwingen. Hat schon was, so eine Zugfahrt.  
Die II. Klasse-Fahrt fuer 45 Rupien (3 Pers. fuer ca 80 Cent) von Gaya nach Patna, aus vorgesehenen 2 Std wurden 4,5 Std. plus 1 Std. Rikscha, Sandwich mit eingeschlafenen Fuessen und A…backen, nach Hajipur zum naechsten Bahnhof, wo wir den naechsten Zug zum Nepal -Grenzort nach Rauxal nehmen. Nach unserem scharfen vegetarischem Essen wurden wir in Hajepur wie Ausserirdische begafft. Nachdem Lilly noch das Bilderalbum jemandem gezeigt hat, wurde die Menschentraube immer noch groesser.. Alles was wir taten, wie wir sprachen, wie wir uns bewegten, einfach alles interesiert sie. Ich hab mich hingesetzt und mein Buch weitergelesen….bevor wir die ca.5-Std-Fahrt (indische Zeit) antraten. Apropos Buch – Hitlers „Mein K……“ war hier in in Englisch kaeuflich erwerbbar..einfach so am Bahnhof.
Unser vom Lonely Planet empfohlener Ticketverkauefer hat fuer unsere Tickets im Wert von 400 Rupien knapp 7 Euro Gebuehren verlangt /fuer die Tickets, die 377 Rupien gekostet haben. Was lernen wir  daraus, immer fragen….

Happy Birthday Fredi / Gesichter Indiens

Februar 13, 2011 Von: xindian Kategorie: Indien

7 Tage in Bodgaya gehen zu Ende. Manches nimmt man erst jetzt so richtig war. Die Hektik, die langsam mit dem Verlassen der Pilger mit ihren Gebetsmuehlen und – ketten, zum 13 Februar ausklingt. Ein Teil der sehr armen Familien mit ihren vielen Kindern, die hier in Huetten (den Namen verdienen sie nicht) hausen, werden in dem Elend zurueckbleiben.

Randnotiz: Eine Maus hat gerade mein Zimmer verlassen. Musste etwas nachhelfen.  

 Bilder, wie die blinde alte Frau die bettelt, der auf den Boden kriechender Mann mit seinen hornhautueberzogenen Knien mit dem relativ gepflegtem Gesicht, die Enkelin die ihrer Oma die grauen Haare laust und sie dabei immer wieder umarmt und die vielen mir so fremdartigen armen Menschen in diesem so armen Bundesstaat werden mir in starker Erinnerung bleiben. Die Verteilung von Essen und Almosen war ein Auflauf der Armen, die ihre Blechschuesseln dem Moench entgegenstreckten und teilweise enttauescht wieder gehen mussten.. Jede Minute .. Unmenge an Eindruecken.Spirualitaet.
Gesichter der Armut
Augen des Leids, denen    
man versucht aus dem Weg zu gehen..aber aendern kann das ‚ Indien ‚, seine Menschen und seiner Tradition
nur selbst.
Auf einer Wanderung durch das Umland von Bodgaya sind wir durch ein Dorf gekommen, wo wir um Hilfe fuer ein Neugeborenes mit Hasenscharte (kann von der Mutterbrust nicht trinken) gebeten wurden. Das Kind war schon recht abgemagert und klein. Das Problem der Eltern war, das sie extra Milch fuer das Kind kaufen mussten, bzw. auch die Operation u/o aerztliche Behandlung. Dies ist fuer die einfachen Leute nicht bezahlbar. Lilly und Norbert haetten sich bereit erklärt die Operationskosten von ca. 250 Euro  zu uebernehmen (aus Spendengeldern von Vortraegen)
 Aber die Eltern wollten nur das Geld, sie wuerden dann davon Ihrem Kind helfen..??! 
Unter diesen Voraussetzungen war aber eine zweckgebunden Hilfe leider nicht moeglich. 
Wir sind Im aermsten, korruptesten Bundesstaat Indiens bei einer vielkoepfigen armen Bauernfamilie..
Auch das ca. 10 jaehrige schoene Maedchen mit den traurigen Augen komplett ohne beide Beine … Sie wurde hier in der Naehe des Tempeleingang auf eine Decke gelegt oder eher gesagt von Ihren Eltern praesentiert. Man spuerte, das sie das nicht wollte, als Bettelgegenstand missbraucht zu werden.
 
Mal etwas Lustiges in dem nicht nur traurigen, schoenen wahnsinnigen Land – Lilly hat einen ca 12 jaehrigen Jungen gefragt, wann er geboren ist bzw. Wie alt er ist.
Antwort: da muss ich meine Mutter fragen, da ich da noch recht klein war..:-)
  
Peter der Krankenpfleger aus Berlin faehrt am Montag nach Kalkutta zu Organisation Mutter Theresa nach Kalkutta, um da mitzuhelfen.. Sicherlich mit Eindruecken die ihn sein Leben lang begleiten werden.
Ein Haendler sagte zu Norbert nachdem er mit ihm den Preis fuer 3 Schachteln Zigaretten ausgehandelt hatte ‚immer noch 100 % verdient‘.. So wird es fast immer sein, egal wie lange wir feilschen!
 In Shantaram findest du einen Satz, der hier absolut zutrifft: ‚wenn du in Indien etwas kaufst oder Geschaefte machst entscheidest du mehr mit dem Herz als mit dem Kopf.‘
Noch ein kleines Bsp. ueber Inder: Am Nachmittag eine kleine Auszeit von der Hektik genommen und hab mich in einen Park gesetzt. Nachdem ich nur einmal nach Geld gefragt wurde und ob ich lese, hat sich jemand fast direkt neben mich auf die leere Bank gesetzt. Wir Europaer haetten uns auf die lange freie Seite gesetzt, der Inder aber auf die viel kuerzere Seite.. Er hat kein Wort gesprochen..Er ist in meine noch vorhandene Komfortzone eingedrungen, was hier aber ganz normal ist.
Freunde  sitzen hier sehr eng zusammen und beruehren sich oder sie gehen Hand in Hand spazieren. Was hier zwischen Mann und Frau nicht so gern gesehen ist, ist zwischen Maennern und Frauen  mit Frauen normal.
Aufgefallen ist mir auch: Sie setzen beim Trinken die Flasche nicht an die Lippen, sondern lassen das Getraenk frei in den Mund laufen..ohne einen Tropfen zu verschuetten.. Mein Test ging auf die Hose.
Was ist die Staerke Indiens wurde ich von einem UPS Manager beim Fruehstueck gefragt (normal neugierig sie wollen sich austauschen): bin auf die Religion, Ackerbau, beginnende Mittelklasse .,gekommen, nein das ist es nicht, sondern der grosse Anteil der Bevoelkerung an 20 bis 40 jaehrigen Gebildeten in Indien. Sie ist die grosse Zielgruppe fuer die Industrie im In- und Ausland. Nach einem billigen und guten Fruehstueck fuer 1.20 nochmal einen Ausflug ins Hinterland unternommen, Buddha wurde hier nach seiner Fastenzeit Milchreis gereicht. Der naechste Tempel. Auch wirst du zu Schulen gebracht, wo du etwas spenden sollst/darfst. Wir wissen nicht, ob das immer nur den Kindern zu Gute kommt.. oder auch in Kaefigen gefangene Voegel, die den Touri Pilgern unter die Nase gehalten werden, damit sie sie freikaufen… alles um an Geld zu kommen. Vieles ist verstaendlich, auch wenn wir es nicht akzeptieren koennen/ wir die Auslaender.
  

Gesichter der Armut

Tibet, Bhutan, Nepal an einem Ort

Februar 10, 2011 Von: xindian Kategorie: Indien

Inder sind ein sehr neugieriges Völkchen. Sie schauen dich immer mit großen Augen an, wie und was isst du usw. Nach den typischen Fragen kommen auch die Fragen nach Familienstand, wo ist deine Frau, hast du Kinder usw. Auf diese Fragen haben sich Lilly und Norbert mit einem kleinen Fotoalbum von Eltern, Trachten, Schnee, Heimatort usw. vorbereitet – wichtig auch für die armen Leute, die nicht englisch sprechen.
Peter, ein Aussi, der allein in Indien unterwegs ist, sagt dann immer „Sie starb letztes Jahr in Indien bei ein Rikschaunfall“, betroffene Gesichter und keine Nachfragen mehr.
Bin gestern Abend mit Peter und Peter in einem Restaurant zusammengesessen, als sich eine Gruppe Tibeter neben uns gesetzt hat. Nachdem Lilly eine Tibeterin von ihrem Kartoffelbrei hat probieren lassen (sie hat immer so hungrig rübergeguckt) entstand mit 2 Englischsprechenden ein nettes Gespräch, nachdem Handynummern und Email-Adressen ausgetauscht wurden, um sich in Kathmandu wieder zu treffen. Sie hatten teilweise ihre Tracht an und einer davon hätte Cochise ( den Apachen) in einem Western spielen können….


Lilly hat dem tibetische Maedchen, 16 Jahre alt, dann noch einen Lippenstift (hat mehrere als Spende bekommen, letztes Mal Kugelschreiber) und einen Anhänger geschenkt. Soviel Freude sieht man bei uns heute nicht mal mehr von Kindern unter dem Weihnachtsbaum. Sie hat dann Lilly einen Tag später einen Ring gebracht.
Auch viele Bhutanesen-Maenner mit kürzeren Röcken und Frauen mit langen Röcken und kurzen Haaren sind hier (selten ausserhalb von Bhutan zu finden). Für uns ein fast unerschwingliches Reiseland (sehr exclusiv).
Bei aller Armut siehst du immer sehr viele lachende Kinder-Gesichter.    
Heute Walkingtour zu den verschiedenen Tempeln und dem riesigen Buddha – eingeweiht vom Dalai Lama. Wir sind mit den beiden Peter (1xAussi, 1xBerlin) unterwegs. Nach einer sehenswerten Tour, besonders der tibetische Tempel war sehr schön, noch einen Ausflug in ein Dorf (old India) gemacht – sehr ursprünglich. Es steht noch der Besuch der Höhle aus, in der Buddha einige Jahre gefastet hat (der Weg war besser als das Ziel) und ein Besuch bei den Exiltibetern, die an der Grenze zu Nepal in Dolpo, hoch in den Bergen leben. Ein sehr sehr hartes Leben. Um aus den Bergen rauszukommen, muessen sie ueber 2 hohe Berge im Himalaya Gebirge wandern, bevor sie mit Bussen weiterfahren können. Die Kinder werden in die Kloester geschickt, damit sie eine Schulbildung erhalten und aus ihrem eintönigen Umfeld rauskommen. In den ersten 3 Jahren, 3 Monaten und 3 Tagen duerfen sie sich nicht die Haare und die Fingernaegel schneiden. Es hat damit zu tun, dass Buddha die gleiche Zeit gefastet hat. Religion gibt ihnen Halt.
Nur einer der Gruppe spricht englisch, ein Lehrer, der versucht, Spenden fuer eine Schule du bekommen.
Sie arbeiten hier in dem Maintempel, im Butterlampenhouse. Wir werden sie evtl. teilweise in Kathmandu in Nepal wiedersehen. 
Der Weg zum Cave fuehrte durch alte Doerfer, Palmen, Natur pur, wo die Zeit stehengeblieben ist. Nur eine Flussbreite (ausgetrocknet)von der Strasse entfernt. Diese „Wueste“ mussten wir durchqueren, bis der Feldweg anging. Frauen dreschen noch per Hand (Maenner sitzen im Schatten und spielen Karten). Ochsen, Kuehe und viele Kinder ueberall, die sofort nach einem kurzen „Hallo and where are you from“ sofort auf Rupi etc. zum sprechen kommen. Sie laufen einem schreiend nach. Uns wurde gesagt, gib bloss nichts, sonst wirst du sie nicht mehr los und nimm nicht zuviel mit (Ueberfaelle).
Daran haben wir uns gehalten, auch auf dem letzten Teilstueck zur Hoehle, als die Bettler uns ihre unzaehligen Haende entgegenstreckten. Teilweise wurden Priester und andere Besucher mit Saenften rauf- oder runtergetragen. Ein Wuerdentraeger in der Saenfte wurde regelrecht von allen Seiten be- oder gestuermt, nachdem er begonnen hat, Geldscheine zu verteilen.. Ein Polizist und mehrere ‚Hilfspolizisten‘ gingen mit Stoecken dazwischen. Nur drohend, nicht schlagend….fuer ihre Hilfe haben sie sich sicher etwas versprochen.. Wir haben uns aber auf dem Weg nie bedroht gefuehlt. Die meisten Leute waren recht freundlich. Der Rueckweg im Tempo (Sammelrikscha) mit 17 Leuten, 4 Leute im Gepaeckraum, 4 auf der Stossstange, der Rest verteilte sich auf 2 schmalen Sitzbaenken. Amazing…..
Habe hier fuer meine deutschen Buecher Shantaram in Englisch eingetauscht. Es ist eins der! Indienbücher (weisser Tiger, das Zirkuskind empfohlene Buecher).
„Tibet om cafe“ von Tibetern geführt mit Dalai Lama Bildern und Spruechen ist unser Fruehstuecksquartier (Porridge, Milkcafe usw), angenehme Atmosphaere mit beruhigender Musik von Deva Remal – Mantras (Saengerin aus Nuernberg!!) und gutes Essen.
Samstag gehts weiter nach Nepal, eine ca. 2 Tage lange anstrengende Anreise mit Zug und Bus fuer ca. 5 Euro (Ticketpreis) steht uns bevor. Durchschnittlich brauch ich hier in Indien um die 10 – 15 Euro pro Tag fuer Essen/Trinken und Übernachtung (Durchschnittseinkommen eines Inders mit einigermassen geregelter Arbeit) 1 bis 3 Euro!
Es wird hier von Tag zu Tag heisser. In den ersten Naechten noch gefroren, jetzt wird es schön langsam warm in unserem Schlafsack…..
In Delhi am Ende unserer Reise warten über 40 Grad auf uns. 
Der Monsum kommt.
     

Indien der Spiegel der Welt

Februar 07, 2011 Von: xindian Kategorie: Indien

Alles in einem Land vereint..arm, reich..,viele Religionen, einfach alles, was in der Welt so ist oder war.
Indienstorys: Junge, ca.12 Jahre als, hat sich für 100 Rupi Lilly angeboten (konnten es nicht glauben, haben es auch wirklich spät gecheckt). Wir trafen ihn auf der anderen Seite des Ganges und aus Spiel wurde ernst. Erst hat er die Hand von Lilly genommen, was von ‚I love you‘ gelabert, dann was von 100 Rupie, etwas spaeter hat er sich neben Lilly und Norbert, ohne Hose und nur mit einer Unterhose bekleidet, in den Sand gelegt, mit einer Erektion……Bollywood laesst gruessen. 
Der Nachtwaechter unseres Hotels in Varanasi wollte Haschisch von Lilly kaufen… wie ist er auf so einen bloeden Gedanken nur gekommen..:-)) Wir kiffen nicht !!!
Neueste Methode, dass Leute laenger im Hotel bleiben: Abfuehrmittel ins Essen, Arzt holen, gibt noch mehr Abfuehrmittel, nach 4 Tagen richtiges Mittel, Geld wird geteilt zwischen Arzt und Hotel.  
Oder so wie wir es gerade im Hotel in Bodgaya erfahren haben. Angekommen und eingescheckt, gefreut ueber das gute Zimmer und den guten Preis. Nach 2 Std kommt die Wirtin und teilt mir mit, dass mein Zimmer schon von ihrem Bruder an 2 Taiwanesen versprochen wurde (die mehr zahlen…das hat sie verschwiegen) und ich soll raus. Ohne Entschuldigung. Go.. eiskalt.
Norbert und Lilly haben mich fuer eine Nacht, nachdem sie gefragt haben, ob morgen etwas frei wird, aufgenommen. Nächster Tag: sie hat keinen Single Room frei, Doppelroom jetzt auf 500 Rupia gestiegen. Ich soll woanders hingehen…..Gastfreundschaft ohne finanziellen Nutzen und die Worte „Danke, Entschuldigung, Bitte“ usw. wenig vorhanden (bin jetzt daneben eingezogen – kein Vergleich). Naechte auch sehr kalt und Fenster laesst sich nicht gut schließen, ab 6 Uhr laut, mit noetigem Mosquitonetz von Norbert.
Es war aber nur noch ein Zimmer fuer den doppelten Preis frei.

Wir sind sozusagen in der Hauptsaison (Pilgerzeit Nov-Febr) hier. Fast jedes buddhistische Land unterhaelt hier ein eigenes Kloster und Tempel.
 Moenche und Pilger aus Japan, Thailand, Bhutan, Nepal, Vietnam, China, Tibet, Sri Lanka  … mit den unterschiedlichsten Trachten/Kutten.
Ein Traum fuer jeden Fotografen. Ueberall Verkaufsstaende und Maerkte, die extra zu diesem Ereigniss aufgebaut wurden, in diesem aermsten Bundesstaat Indiens Bihar. Lt. Reisefuehrer auch der Gefaehrlichste. Lkw’s fahren nur in Convoys in der Nacht.. 
Das Land ist sehr urspruenglich. Ochsenkarren fahren auf den Feldern, viele Reisanbauflaechen.

Man entwickelt Gewissenkonflikte, wenn man diese Armut sieht. Es betteln hier fast noch mehr Menschen als in Varanasi. Aber wem gibst du etwas (jedem ist nicht moeglich, und teilweise stehen hier mafiaartige Strukturen dahinter – Moneychanger sind auch gleich in der Naehe – sie nehmen ein Zehntel als Kom). Blinden, den Verkrueppelten ohne Haende, den Menschen, die mit dem ganzen Koerper im Staub liegen, weil sie nicht stehen oder sitzen koennen oder/und sich davon mehr Geld erwarten, Kinder ueber und ueber dreckig mit ihrer kleinen Schwester/Bruder auf dem Arm….. 
Lebrakranke ohne Finger und Zehen, offene Lebra (nach ihrem Tod werden sie in Varanasi nicht verbrannt, genausowenig wie Kinder unter 13 oder Schwangere – sie werden in einem Sack eingenaeht und im Ganges versenkt). 

Bodgaya, seine farbenfrohen Moenche und Pilger…… Ohmm

Glauben

Februar 07, 2011 Von: xindian Kategorie: Indien

Der Mahayana – Buddhismus des Himalaya, ist kein Glaube an einen Gott, sondern an die goettlichen Kraefte in einem selbst, in die Entwicklung des Geistes, des Verstehens und der Vernunft. Dalai Lama sagt: Buddismus lehrt, geistigen Frieden zu erreichen, und er versucht, das Denken und die Lebenskraft so zu veraendern, dass man Leiden ertragen, Tod, Krankheit und Unglueck ueberwinden kann.

Buddhisten und Hindus glauben an den Kreislauf der Wiedergeburten, aus dem es sich zu befreien gilt. Ein verantworungsvoll gefuehrtes Leben(Dharma) mit vielen guten Taten kann das naechste Leben verbessern. „Karma“ heisst das Gesetz von Ursache und Wirkung. Beide wollen Erleuchtung und das Nirwana (verloeschen,) das Ende des Leidens, erreichen. Der Koerper ist der voruebergehende Tempel der Seele und wird nach dem Tod durch Verbrennen in den Kreislauf der Natur zurueckgegeben. 
Ganesh mit Elefantenkopf ist der Gluecksbringer. Brahma (Schoepfer), Vishnu, der Erhalter, Shiva, der Zerstoerer und gleichzeitig Erneuerer. Jedem Gott steht eine goettliche Kraft zur Seite, die ihm Energie und Staerke verleiht.